Dienstag, 3. Februar 2015

Von Wanderlust und Heimatgefühlen

Kinder der morgendlichen Yogaübungen,
wer mich kennt, der weiß in welcher Stadt ich meine Zukunft verbringen will:
Barcelona 
Stadt meiner Träume, Heimat im Herzen. Ich kenne keine schönere, spannendere und bessere Stadt. Sobald ich dort ankomme überkommt mich ein Gefühl der inneren Ruhe und Zufriedenheit. Unglaublich.

So, genug romantiziert, was wäre ein Post ohne eine Geschichte? Und zu Barcelona habe ich eine ganz besondere.
Nach dem Abi beschlossen meine beste Freundin und ich uns unsere Rucksäcke zu schnappen und quer durch Europa zu fahren (über dieses Abenteuer folgt bestimmt auch irgendwann mal was..). Wir starteten in Italien und fuhren über Frankreich in unsere Lieblingsstadt.
Eigentlich hatten wir geplant 5 Tage in Barcelona zu bleiben, aber daraus wurden viele mehr. Unter anderem aufgrund unserer fabelhaften Begegnungen am 5. Mai.

Wir waren nun einen Tag in der Stadt und hatten einen Amerikaner kennengelernt. Dieser nahm uns vor dem Abschied das Versprechen ab, am nächsten Abend in eine Bar namens "The Queen Vic" zu kommen.
Gesagt getan, am Abend darauf machten wir uns auf den Weg in eine Nacht die nie in Vergessenheit geraten wird. Wir suchten und suchten die Bar und fanden sie nach Ewigkeiten in einer unbelebten Seitenstraße der Rambla.
Sah von außen nicht sonderlich einlandend aus das Teil, ziemlich klein und schummrig.
Doch ab dem Zeitpunkt als wir die Tür öffneten kamen wir aus dem Lachen nichtmehr heraus. Sobald wir einen Fuß in die Kneipe gesetzt hatten kam ein philippinischer junger Herr auf uns zugestürmt, umarmte uns und malte uns einen Schnurrbart ins Gesicht. Okay, dachten wir, wird wohl so sein. Doch als wir uns genauer umsahen merkten wir, dass alle Schnurrbärte trugen.
Ich dachte zu diesem Zeitpunkt noch wir seien auf eine Hipsterparty gestoßen.

Die Barkeeperin trug einen Sombrero und schenkte munter einen Tequila nach dem anderen aus. Auf der anderen Seite der Bar reihten sich fünf Mädels, die der Barkeeperin im Sekundentakt ihre Brüste zeigten und daraufhin wieder Tequila bekamen. überall lag Konfetti und in einem Eck hing ein seltsames rundes Etwas auf dem Osama Bin Ladens Kopf aufgedruckt war.
Das Ding entpuppte sich als spanische Pinata, denn ein Mädel, welches nichts als ein kariertes Hemd trug (ziemlich mutig die Alte inmitten von Scherben und Konfetti barfuß zu laufen), schlug mit verbundenen Augen mit einem Baseballschläger auf das Teil ein (und auf alle Umstehenden...blaue Flecken hatte an dem Abend glaube ich jeder). Sie schlug auch den Zigarettenautomaten kaputt, doch das schien niemanden zu stören. Letztendlich gab Osama nach und aus der Pinata regnete es Kondome, Konfetti, Kurze, Glitzer und Penislollis. Alles in allem sah es in der Bar aus wie ein riesiger nicht jugendfreier Kindergeburtstag der in einem Puff gefeiert wird und bei dem sich jeder als Schnurrbartträger verkleidet hatte.

Endlich bekamen wir den Philippino zu schnappen und fragten ihn wo zur Hölle wir reingeraten waren. Er schaute ein wenig ungläubig und schrie dann "Cinco de Mayo!" Ähm lol? Als er begriff dass wir keine Ahnung hatten schrie er nochmal "Cincoooo de Mayooo" Ja Danke, es ist der fünfte Mai, soweit hatte ich ihn schon verstanden. "Mexican: Day of the Battle of Puebla" Ahaaa, ein mexikanischer Feiertag also, gefeiert von einem Philippino und ca. 30 Engländern und Amerikanern in Spanien? 
Auf meine Frage, ob irgendwer denn Mexikaner sei kam ein entschiedenes "Nope!" welches das Eis endgültig brach.
"Wenn die das feiern dann dürfen wir auch", dachten wir uns.
Ab diesem Moment gab es kein Halten mehr, wir verbrachten die Nacht in Glitzer, Konfettiregen, Penislollis lutschend, Tequila trinkend, Schnurrbärte malend, "Mexico" brüllend, auf der Bar tanzend, heulend vor Lachen.

Kennt ihr noch die alten amerikanischen Highschoolfilme? Wo die wildesten Hausparties veranstaltet wurden und überall etwas absurdes zu sehen war? So ging es uns, wir kamen uns vor wie benebelt in einer Traumwelt welche sich "The Queen Vic" nannte. Egal wer reinkam, Dänen, Österreicher, Deutsche, Engländer, Spanier... Alle wurden mit einem wahnsinnigen Gröhlen begrüßt und von uns in den Schnurrbart und Tequila Club aufgenommen.

Und auch wir durften ab dem fünften Mai Teil einer wunderbaren Familie sein, die uns für weitere 2 Wochen bei sich schlafen lies, uns wunderbare Plätze in Barcelona zeigte und uns einfach nur heimisch fühlen lies.

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