Dienstag, 3. Februar 2015

WG Geschichten 2.0 - 8 Mitbewohner sind manchmal 8 zu viel

Freunde der heiteren Teeparties,

nach der Brüsselbilderflut folgt heute ein Wortreicher Beitrag meiner lyrischen Gedanken (nun ja, ich habs versucht..hat nicht funktioniert, deshalb ganz normal dies das..). Nachdem ich vor Ewigkeiten schonmal meine ersten Chaos-WG-Erfahrungen aus Köln mit euch geteilt hatte, dachte ich es wäre an der Zeit euch meine neuen Mitbewohner vorzustellen.

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich Ende des Jahres endlich wieder von Zuhause ausgezogen (nicht dass ich sonderlich weit gekommen wäre, meine Bude ist nichtmal 5 Minuten vom Elternhaus entfernt, aber wat will man machen).
Ich hatte euch ja bereits von meiner elendigen Wohnungssuche und meinem achter - WG - Fund  erzählt, deshalb direkt zu meinen Mitbewohnern:

Zu aller erst sei gesagt, alle sind supernett (Falls jemand von euch Pappnasen das liest, hallo! In der Küche stapelt sich das Geschirr!). Dafür hat jeder einzelne dezent einen an der Klatsche, was noch sehr untertrieben ist.

Zuerst hätten wir R., Italiener, wohnt schon seit 5 Jahren in unserer Bruchbude. Spielt den ganzen Tag Kontrabass im Wohnzimmer, rennt dabei ständig in Tiergerhausschuhen und mit einer Decke um die Schultern rum. Kann man ja mal jeden Tag machen. Spricht bevorzugt irgendeinen deutschen Dialekt, meist Sächsisch. Sehr sympatisch. Hat außerdem seinen eigenen Töpfe, Gläser und Besteck gebunkert um dem unheimlichen Dreck zu entgehen (dazu später mehr!).

Dann wäre da C., Franzose mit einem Akzent zum hinschmelzen. C. ist sehr wissbegierig, weshalb er schon meine halbe Lebensgeschichte kennt und die zweite Hälfte bestimmt auch noch aus mir quetschen wird. Wenn C. in der Küche ist überlege ich mir ob ich wirklich kochen will, außer ich habe einen starken Rededrang. Dafür dass er so viel wissen will, redet er nämlich echt wenig. 

M. und B. sehe ich kaum. Arichtekturstudent und irgendwas mit Technik oder so. Beide eher schweigsam und angenehm, immerhin lachen sie über jeden meiner Witze, dicker Pluspunkt. Was allerdings absolut nicht angenehm ist, ist dass beide (entweder abwechselnd oder wenns ganz hart kommt gleichzeitig) diverse Schimmelexperimente mit Lebensmitteln starten. Is ja klar, wenn man gekocht hat braucht man nicht putzen. Ist doch viel interessanter 7 Tage später den Zerfall von Nudeln beobachten zu können. Außerdem liegen in der Küche seit ich eingezogen bin 2 Brötchen. Die wechseln ständig ihren Platz. Ofen, Kühlschrank 1, Kühlschrank 2 und jetzt Arbeitsplatte. Höchst kurios. Ich finde ja sie könnten langsam mal einen Ortswechsel in den Mülleimer vornehmen, aber B. ist fest davon überzeugt irgendwann noch Knödel machen zu wollen, lecker. Außerdem ist M. leidenschaftlicher Biertrinker, weshalb er weder sein Studium noch den Gang zum Glascontainer unter Kontrolle hat. Nungut, der Teleshoppingsender ist bestimmt genauso lehrreich.

S. ist die jüngste in unserem Chaos und kommt aus NRW, das hört man am tollen Dialekt. Sie trägt verrückte Sachen wie Batikleggins mit Bauchfreien Oberteilen, alle möglichen gemusterten Hosen und feschem Haarschmuck. Leider hat S. wohl noch nie einen Staubsauger oder Putzlappen in der Hand gehabt. Sie wollte mal die Wand streichen, seit dem ist der Boden sehr viel farbiger als die Wand, wunderschön.

M. und ihr Freund B. wohnen mit mir auf einem Stockwerk und wir teilen uns Flur, Wohnzimmer und Bad/Klo. Beide sind unheimlich nett und sympathisch. Nur leider wieder beide eher putzblind. Kennt ihr so Leute die Dreck nicht sehen, obwohl er direkt vor ihnen ist und sich womöglich vermehrt? Am schönsten ist es, wenn ihre Zimmertür aufgeht und ein Schwall Rauch- und Grasgeruch den Flur erfüllt, hach dann fühle ich mich besonders heimisch. Geöffnete Fenster werden auch konsequent wieder von ihnen geschlossen, schließlich muss man alles passivrauchen was man kriegen kann!

Mein letzter Mitbewohner ist W. aus Berlin. Ich habe W. in den 4 Monaten die ich hier wohne erst 2 Mal gesehen, äh ja, sehr nett.

Ihr seht Kinder, mit der Sauberkeit scheints hier keiner so recht zu haben, weswegen ich ständig am putzen und Aufgabenverteilen bin. Aber bevor ihr alle in Mitleid für mich zerfliest: ich liebe meine WG!
Trotz Schimmelexperimenten, diversen Löchern in den Decken, kaputten Türschlössern, Kontrabasssound und Möbelhaufen hier und da, bin ich wirklich sehr glücklich über meine bescheuerten Mitbewohner. Keiner nervt mich, alle sind unheimlich herzlich, alles gut.

Ich hoffe ich habe niemanden abgeschreckt der bald das erste Mal ausziehen will, aber wie gesagt, ich finds super so wie es ist.

Tschüss ihr Pimmelpaulas!

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