Dienstag, 3. Februar 2015

WG Geschichten 3.0 - 8 Mitbewohner sind IMMER 8 zu viel

Freunde der selbstgehäkelten Schlüpper,

in meinem Leben geht es rund. So rund, dass ich mein Gekritzel hier und euch Handyharrys komplett vernachlässigt habe. Und das liegt nicht allein daran, dass ich über die Osterfeiertage quasi selbst eher runder geworden bin.

Folgendes ist nämlich geschehen: Ich hatte ja schon ein wenig über meine Mitbewohner berichtet. Nun ist es ja leider so, dass man den Horror ja nicht direkt von Anfang an sieht. Und so kam es, dass ich angefangen habe die acht Klimperkims zu hassen. Is klar, Hass ist ein ziemlich starkes Wort, sagen wir ich würdige ihre Anwesenheit nicht länger.
Wie bereits erwähnt, halten die 8 Menschen, mit denen ich zusammen wohne nicht sonderlich viel von Sauberkeit und Ordnung. Das ist an sich okay für mich, so lange sie ihre Liebe für Dreck und Spinnen in ihrem Zimmer kultivieren. Aber die ganze Chose hat mittlerweile neue, mir bisher völlig unbekannte, Dimensionen erreicht. Ehrlich, wenn Schimmel die Weltherrschaft an sich reißen könnte, unser Haus wäre ein Palast des Grauens. Überall chillen benutzte Töpfe und Pfannen nebst angebrochenem Essen und benutztem Geschirr (natürlich ebenfalls schimmelnd, wenn schon denn schon!). Für den ein oder anderen Chemiker oder Biologen gibt es in unserer Küche bestimmt interessante Erkenntnisse. Aber Kinder, ich studiere ja nicht umsonst etwas, das so weit von Naturwissenschaften entfernt ist wie...ach keine Ahnung, ich bin jedenfalls nicht an experimentellem Schimmel interessiert.

Hinzu kommt unser fabelhafter und ausgefuchster Putzplan der, sagen wir mal gelinde, so absolut nicht funktioniert. Das geht nämlich so: Jede Woche sind zwei der liebenswerten Menschen dran, den Besen und den Putzlappen zu schwingen, meinetwegen können sie dabei auch Musik bis zum Dezibel-Anschlag aufdrehen und nackt sein, wenn es denn beim kreativen Saubermachen hilft. Gar nicht mal so schwer zu verstehen, könnte man meinen. Aber da kennt ihr meine wundervolle WG nicht. Hier besteht der Trick nämlich darin, seinen eigenen Namen jede Woche einfach mal im Putzplan abzuhaken. Womöglich mit Zigarette und Bier in der Hand, um dann wieder in das eigene Zimmer zurück zu kehren (Achtung, Wortwitz). Äußerst clever von denen wenn ihr mich fragt! Leider wird dabei nicht bedacht, dass dann eben die Wohnung noch eine Woche länger rumsifft. Das ganze Trauerspiel wiederholt sich dann drei Wochen lang bis...jetzt dürft ihr raten..ich an der Reihe bin. Die, die den ganzen Quatsch wegmacht. 
Demokratie sieht meiner Meinung nach anders aus.
 Es ist ja nicht so, dass ich nicht versucht hätte auf liebreizende Art darauf aufmerksam zu machen, dass jeder seine lebenden Töpfe doch einmal spülen könnte. Glaubt mir, ich habe 87309 Mal Bittschreiben auf unserer WG-Tafel verfasst (sogar mit Herzchen und so, schwöre!). Tja Kinder, obwohl ich alle Menschen als "Kinder" bezeichne, müsste wohl jeder Jackenhaken auf der Welt wissen, dass ich das nicht wörtlich meine. Nun, ich wurde mit einem liebreizenden "Ja Mama!" abgespeist. Ohne Herzchen.

Was ich euch eigentlich mit diesem Roman erzählen wollte, ist absolut nicht dazu gedacht Mitleid zu bekommen. Im Selbstmitleid bin ich Weltmeister, das brauche ich nicht von Außen. Ich wollte euch Kletterklausen nur ein Lebenszeichen geben und einen fetten Handkuss auf die Nase. Ich suche derzeit eine neue, saubere Wohnung und bin deshalb kaum zu Hause (auch, weil ich es hier außer in meinem Zimmer nur noch schwer aushalte). Ich hoffe ihr verzeiht. Oh, und sollte jemand eine saubere WG in Stuttgart kennen, immer her damit!

Achso, falls ihr euch wundert, die Bilder sind quasi die hübsche Ablenkung zum Dilemma. Prost!

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